Bohrschlamm-Giftmüll umfangreicher als bisher gedacht | Keine Bohrschlamm-Informationen von Bezirksregierung zu Bohrprojekten in NRW Drucken
Geschrieben von: Jürgen Blümer   

Die Mengen an giftigen Bohrschlämmen, die in NRW eingelagert werden, sind offensichtlich wesentlich größere als bisher vermutet, wie der WDR berichtet. Gleichzeitig hält die Bezirksregierung Daten über das Bohrprojekt von HammGas bei Ascheberg im südlichen Münsterland unter Verschluß.

 

Ganz offensichtlich haben die Verantwortlichen in NRW auch die Zusammensetzung des Giftmülls unterschätzt - insbesondere die im Bohrschlamm enthaltenen radioaktiven Substanzen. Nun verspricht der NRW-Umweltminister Remmel Transparenz: "Wenn solche Ablagerungen stattfinden, halte ich es für angemessen, dass sowohl die Öffentlichkeit, als auch die Behörden, als auch die Umweltverbände entsprechend vorher informiert werden. Das gebieten Offenheit und Transparenz."

Dieses Transparenzgebot wird von der NRW-Regierung selber nicht eingehalten. Bereits seit mehreren Wochen liegt bei der Bezirksregierung Arnsberg eine Anfrage vor, in der um Auskunft über Menge, Zusammensetzung und Entsorgung des Bohrschlamms aus dem Gasbohrenprojekt von HammGas bei Ascheberg gebeten wird. Sind vorherige Anfragen zum HammGas-Projekt an die Bergbehörde in der Regel innerhalb weniger Tage beantwortet worden, hüllt sich die Behörde hier in Schweigen. Das passt zu dem Vorgehen der Bezirksregierung, Daten aus der Überwachung des Bohrbetriebs nicht zu veröffentlichen. Denn auch die Messwerte vom Grundwasser-Monitoring am Bohrturm nördlich von Hamm werden von der Bezirksregierung nicht veröffentlicht.

Es reicht also nicht aus, wenn der Umweltminister mit dem Zeigefinger auf Niedersachsen verweist. Hier hat der Grüne Minister seine Hausaufgaben erst einmal im eigenen Land zu erledigen - und die von anderen geforderte Transparenz zunächst einmal in seinem eigenen Verantwortungsbereich sicherzustellen. Konkret heißt das:

- Offenlegung aller Überwachungs-Messwerte zu Gasbohren-Projekten in NRW insbesondere zu Grundwasser und Bohrschlamm, so dass alle Bürgerinnen und Bürger einfach und barrierefrei darauf zugreifen können.

- Offenlegung  der Mengen und Entsorgungswege des anfallenden Bohrschlamms bei Gasbohren-Projekten in NRW.

 


Sonntag, 22.05.2016 - ab 14 Uhr am Bohrturm in Herbern

"Wir kieken auf den Kraft-Turm"

NRW-weiter Aktionstag gegen Gasbohren und für eine Energiewende in NRW unter dem Motto
"Sonne, Wind und Speicher statt Kohle, Gas, Atom"

http://www.energiewende-jetzt.org/