"Fürchtet Euch nicht!" Drucken

Zwischen Progrom-Gedenken, St. Martin, Volkstrauertag und Weihnachtsfest-Vorbereitungen - der historische Zufall hat diese Termine so eng beieinander gelegt, dass sich ein Nachdenken über deutsche Werte geradezu anbietet.

Der wertvollste deutsche Beitrag zur Werte-Diskussion angesichts der deutschen Werte-Krise von DFB über VW bis hin zu den Flüchtlingen stammt vom Dortmunder Nationalspieler Ilkay Gündogan aus einem Interview mit der FAZ:

"Wir Spieler haben eine sehr große Verantwortung gegenüber den Fans, gerade für Kinder und Jugendliche, die uns als Vorbilder nehmen und zu uns aufschauen. Deswegen ist es für uns immer enorm wichtig, dass wir uns dementsprechend präsentieren. Und das erwartet man natürlich auch von Funktionären in Führungsrollen."
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Machen Sie sich Gedanken über das, was derzeit Montagabends so auf deutschen Straßen los ist, über das Flüchtlingsthema und das Klima im Land?
"Definitiv, das geht nicht an einem vorbei. Ich finde schon, dass wir in Deutschland sehr gastfreundlich sind, und dass wir helfen wollen, dafür gibt es genug Beispiele. Andererseits verstehe ich auch Menschen, die ein bisschen ängstlich sind in dieser Hinsicht. Es ist ein sehr sensibles Thema, zu dem ich aber auch eine klare Meinung habe."

Welche?
"Ich bin der Meinung, dass jeder eine faire Chance verdient hat, dafür müssen wir schon offen sein. Mein Großvater, der hier vor 30, 40 Jahren hergekommen ist, hat auch seine Chance bekommen, und er hat sie genutzt. Wenn er sie nicht bekommen hätte, würde es eine Nationalmannschaft mit mir gar nicht geben, und das ist bei vielen anderen im Team ja auch so."

Man kann das Gefühl bekommen, dass sich die Stimmung verdüstert: Das Thema bewegt die Menschen nicht nur, es scheint manche regelrecht aggressiv zu machen. Bekommen Sie davon etwas mit, etwa in den sozialen Netzwerken?
"Das ist etwas, was ich überhaupt nicht verstehe: wie so ein Thema einen Menschen aggressiv machen kann. Man muss sich vorstellen, dass da Menschen aus Ländern kommen, in denen Krieg herrscht. Und denen mit Aggression zu begegnen, oder auch den Politikern hier, das kann ich nicht nachvollziehen: als Mitglied der Nationalmannschaft und als Mensch, der sich selbst als Deutscher sieht, der hier geboren ist und immer hier gelebt hat."

Die christlichen Kirchen mobilisieren gerade gegen die menschenverachtende Chaospolitik der Bundesregierung. Die Bischofskonferenz lehnt die Asylpläne von Minister de Maizière ab, in Bayern kritisieren Geistliche Ministerpräsident Seehofer. Der Bundesinnenminister Schäuble treibt sein perfides Politik-Schach auf dem Rücken der Flüchtlinge, indem er die hilfesuchenden Menschen mit einer Naturkatastrophen-Lawine vergleicht - ausgelöst durch die unvorsichtige Skifahrerin Angela Merkel. Die von Angst angetriebenen Hassbürger tragen - ganz den Deutschen und christlichen Werten verpflichtet - Montags schwarz-rot-goldene Kreuze durch die Innenstädte von Dresden und Erfurt.

Die Deutsche Weihnacht verkündet zu Heiligabend - am Bild der Heiligen Familie im ärmlichen Stall an der Krippe - die Frohe Botschaft: 'Fürchtet Euch nicht!'. Erstaunlicherweise wird dies mit Inbrunst auch in Sachsen und Bayern gefeiert.

Die CDU plant das schriftliche Bekenntnis von Flüchtlingen zu den Werten der Deutschen Gesellschaft. Folgende Punkte dürften da auch in großen Teilen Deutschlands auf Widerstand stoßen:

  • Gleichberechtigung von Mann und Frau (Wie viele Frauen haben Führungspositionen bei VW und DFB inne?)
  • Pressefreiheit ("Lügenpresse"-Paranoia in Sachsen)
  • Gleichberechtigung von Homosexuellen (ein rotes Tuch für den katholischen Klerus und die rechten Parteien von CDU bis AfD)
  • Trennung von Staat und Kirche (garantiert Chaostage in bayrischen Schulen, wenn dort die Kreuze aus den Klassenzimmern entfernt werden müssen)

Ilkay Gündogan und Wolfgang Schäuble haben ein solches Wertebekenntnis nie unterzeichnet. Lawinen-Schäuble hat den Medienpreis 'Bambi' erhalten. Ein Bambi für FlüchtlingshelferInnen wurde nicht vergeben.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 13. November 2015 um 08:49 Uhr