Rügen-Radweg-Desaster | Drucken |

Der Hilfeschrei eines verzweifelten Radtouristen an die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker- mitten in der heißen Phase des Wahlkampfs in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Liebe Politikerinnen und Politiker im Wahlkampf auf Rügen,

 

dies ist ein verzweifelter Hilferuf eines Urlaubers aus dem Münsterland, der mit seiner Familie einen Teil der Ferien auf der schönen Ostseeinsel verbracht hat. Nun ist unser Urlaub zu Ende und mein Langmut hat ebenfalls ein Ende. Daher richte ich diese Forderung an Sie:

BAUT ENDLICH RADWEGE!

Es kann nicht sein, dass in einer der schönsten Regionen Deutschlands weder ein ausgebautes Radnetz noch eine zielführende Radwege-Beschilderung existiert. Dass Radwege im Nichts verschwinden, Beschilderungen in die Irre führen, Bordsteinkanten und Schlaglöcher einen aus dem Sattel heben. Uns sind zahlreiche Radtouristen begegnet, die kopfschüttelnd und herum irrend nach einer sicheren Radstrecke gesucht haben.

Gleichzeitig ist schon jetzt der Autoverkehr auf der Insel derart extrem, dass sich die KFZ auf den Asphalttrassen laut und stinkend aneinander stauen. Der geübte Blick des Bewohners aus NRW sagt: Hier ist die Verkehrsinfrastruktur bereits am Limit!

Da stellte sich doch sofort die Frage: Wie soll das auf Rügen weiter gehen - mit der Entwicklung des Tourismus? Sollen etwa noch mehr Autos angelockt werden, die noch mehr Asphalt verlangen, bis die Region flächendeckend für den motorisierten Individualverkehr planiert ist?

Sehr geehrte Politikerinnen und Politiker,

in Ihrem Bundesland ist doch gerade Wahlkampf. Und auf Ihren Wahlplakaten steht doch gerade zu lesen, wie sehr Ihnen das Wohl der Region Rügen und seiner Bewohner am Herzen liegen. Warum schaffen Sie es dann nicht, die Insel vor dem Verkehrsinfarkt zu bewahren und fit für den modernen Tourismus zu machen? Wie viele Jahre wollen Sie noch zusehen, wie anderen Tourismus-Regionen nachhaltige Konzepte entwickeln, die Erholung und Verkehrserschließung unter einen Hut bringen - insbesondere mit dem Fahrrad?

Die Alternative zu den kopfsteingepflasterten Wegen aus dem 19. Jahrhundert sind dabei keineswegs die Wellness-Golf-Spa-Ressorts, die in der Preisklasse von SUV-Boliden per Drive-In-Tourismus erschlossen werden. Längst werden andere Wege in den Tourismus-Gebieten Deutschlands eingeschlagen, um den Gästen ein Urlaubs-Erlebnis statt Stickoxide aus Wolfsburger Produktion zu bieten.

Es wäre dringend an der Zeit, für Rügen endlich mal ein Konzept zu entwerfen, dass auch mal eine Wahlperiode überdauert und jenseits aller Parteigrenzen voran getrieben wird - zum Wohle des Ganzen. Da müssen auch mal BürgermeisterInnen und RegionalpolitikerInnen über ihren Schatten springen, die eigenen Wahlklientel mal hinten anstellen und Partikularinteressen dem Allgemeinwohl unterwerfen.

Und sollte es noch Probleme bei Planung und Umsetzung von Radwegenetzen geben - einfach mal bei den zahlreichen Rügen-Touristen aus den Niederlanden nachfragen. Unsere Nachbarn im Westen können so etwas mit der linken Hand.

 


Suche den Radweg, Teil 1:

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Suche den Radweg, Teil 6:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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